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Erntedankausstellung 2017 in der Pfarrkirche St. Remigius Reinsfeld

Taufe Jesu im Jordan durch Johannes

Die Taufe des Johannes wird als Bußtaufe bezeichnet. Er rief die Menschen zur Umkehr auf, weil das Reich Gottes nahe sei.

Ich stelle mir die Frage: Wozu braucht Jesus eine Taufe? Wäre der Rollentausch nicht stimmiger? Jesus sollte den Johannes taufen! Das hat auch Johannes so empfunden: „Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?“ (Mt 3, 14). Und an anderer Stelle bekennt Johannes: „Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen“ (LK 3, 16).

Dass Jesus, vermutlich sein Großcousin, jemand ganz Besonderes ist, hat Johannes sogar schon pränatal gespürt: Die schwangere Gottesmutter Maria besuchte ihre Verwandte Elisabet, die mit Johannes schwanger war. Als Maria Elisabet grüßte, hüpfte Johannes vor Freude in ihrem Leib (LK 1, 41). Zweifellos spürte und wusste Johannes von Anfang an, dass Jesus in einer anderen Liga spielt: „Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt einer, der mir voraus ist, weil er vor mir war“ (Joh 1, 30).

Warum also lässt sich Jesus taufen? Jesus Christus überrascht immer wieder. Er führt uns an Grenzen des Verstehens. Und er lädt uns ein zum Perspektivwechsel: Das Entscheidende bei der Taufe des Herrn ist nicht die Taufe durch Johannes. Das Entscheidende ist, was dabei passierte! Es öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden (LK 3, 22).

Die Taufe Jesu war ein Ort, an dem der dreifaltige Gott durch Sinne erkennbar anwesend war. Alle drei Personen des einen Gottes, Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist haben sich bei diesem Ereignis der Taufe im Jordan bemerkbar gemacht. Jesus Christus im Wasser, der Heilige Geist in der Gestalt der Taube und Gott-Vater offenbart Jesus als seinen Sohn. Der Himmel auf Erden!

Zusammen mit dem ganzen Volk ließ Jesus sich taufen (LK 3, 21). Er ist Teil des Gottesvolkes Israel. Gott offenbart sich inmitten seines Volkes. Und er übertrifft damit alle Erwartungen. Deswegen wundert es nicht, dass das Fest der Taufe des Herrn den Abschluss der Weihnachtszeit bildet: Der Sonntag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn (hl. drei Könige).

Am eigentlichen Weihnachtstag (25.12.) wird betont, dass Gott wahrhaft Mensch geworden ist als kleines Kind in Betlehem. Die Anbetung der heiligen drei Könige und die Aussage Gott-Vaters während der Taufe im Jordan zeigen: Jesus Christus ist nicht nur wirklich ein Mensch, sondern zugleich auch wahrhaft Gott. Konsequent wurde in früherer Zeit noch das erste Wunder Jesu bei der Hochzeit zu Kana, als er Wasser zu Wein wandelte, als Interpretationshilfe dazu genommen: Anbetung der heiligen drei Könige, Taufe Jesu und das Wunder zu Kana gehören zusammen. Sie sollen bezeugen: Jesus Christus ist wahrhaft Gott.

Warum also ließ sich Jesus taufen? Er reihte sich ein in sein auserwähltes Volk, er machte sich klein, damit Gott sich zeigen, offenbaren kann.

Und was ist mit uns? Was hat das mit meinem Leben zu tun?

Auch hier kann uns Johannes helfen. Auf dem Erntedankteppich hat Johannes einen Kreuzesstab, an dem eine Fahne mit den Worten „Ecce Agnus“ hängt. Das nimmt Bezug auf Joh 1, 29: Johannes sah Jesus und sprach: „Seht das Lamm Gottes, dass die Sünde der Welt hinwegnimmt“. In jeder Hl. Messe hören wir diesen Weckruf des Johannes. Er, der bei der Taufe Jesu in einer Unmittelbarkeit dem dreifaltigen Gott begegnen durfte, erinnert uns stets: in der heiligen Eucharistie ist Gott ganz da. Es ist wie damals am Jordan: der Himmel öffnet sich. Jesus Christus macht sich ganz klein. Er reiht sich ein in sein Volk, die Kirche. Er wird nicht nur ein kleines Kind wie zu Weihnachten, sondern sogar zu einem Stückchen Brot. Wir sollen nicht nur überraschte und staunende Zeitgenossen sein – wie damals vielleicht an der Krippe in Betlehem, am Jordan oder bei der Hochzeit zu Kana. Er berührt uns, er sucht den Körperkontakt mit uns - er gibt sich uns sogar zur Speise. Er wird ein Teil von uns. Vollendete Gemeinschaft von Gott und Menschen. Mehr Himmel auf Erden geht nicht!

(Text Dr. Martin Rieger / Text, Fotos, Grafik erstellt von START4PUBLICITY Jürgen A. Slowik 10/2017)

Die Ausstellung der Erntedankteppiche 2017, 2016 und 2015 in der Pfarrkirche St. Remigius Reinsfeld ist bis Sonntag, den 22. Oktober täglich von 10 -12 Uhr und von 14 – 17.00 Uhr geöffnet.

Folgende Materialien - alle ungefärbt - wurden verwendet

JESUS GEWAND: Graupen Hanf und Lavendel

JOHANNES

ÜBERGEWAND: Sauerampfer rosa, braun

UNTERKLEID: rote Linsen, Traubenkerne

TUCH: blaue Hortensie

HEILIGENSCHEIN: Milchreis, in der Hand Muschel aus Lavendel, Milchreis

BÄUME

STÄMME: Runkelrübensamen, Traubenkerne

BLATTWERK: Mungbohnen, Oregano, Mädesüß, Minze, Petersilie

FELSEN: Traubenkerne, braune Linsen, Apfelkerne, Pfefferkörner, Buchweizen, Radieschensamen, Runkelrübensamen, wilder Reis

WASSER: Hortensie

ROTES GEWAND: Christusdorn, Traubenkerne

WEG: Roggen

KREUZSTAB: Lupinensamen, Mohn

BANNER: Graupen, SCHRIFT: Raps

SONNE

STRAHLEN: Paprikakerne, Kleesamen

INNEN: Milchreis, Taube: Lavendel, Kokosflocken

HIMMEL: Hortensie, Lavendel

HINTERGRUND: Hortensie grün, Oregano, Couscous, Kleesamen, Roggen

GRAS: Minze, Mädesüß, Salbeiblüte, Petersilie, Oregano

Copyright Fotomontage Erntedankteppich 2016 mit Ankündigung Ausstellung 2017 St. Remigius Pfarrkirche Reinsfeld START4PUBLICITY Jürgen A. Slowik 8/2017
St. Remigius Kirche - Zentrum und Wahrzeichen

Copyright Bilder S4P Marketing Juergen A. Slowik 2009