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Bildershow von den Biberaktivitäten in Reinsfeld

Copyright Fotos/Grafiken S4P Marketing Jürgen A. Slowik 2010

Der Europäische Biber ist in Reinsfeld zurück

Der Europäische Biber (Castor fiber) gehört zur Gattung Biber (Castor sp.) aus der Ordnung der Nagetiere (Rodentia). Er ist nahe mit dem Kanadischen Biber (Castor canadensis) verwandt.  
Ursprüngliche Verbreitung 
Der europäische Biber war ursprünglich fast überall in Europa und in weiten Teilen Asiens heimisch, war dann aber vor allem durch Bejagung (dichtes Fell, essbares Fleisch, Bibergeil), in geringerem Maße auch durch Vernichtung des Lebensraumes durch Rodung und Ackerbau bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgesehen von der Sowjetunion auf drei Restgebiete, nämlich an der mittleren Elbe, an der Rhône und in Südnorwegen zurückgedrängt worden.
Schutz und Wiedereinbürgerung
Durch konsequenten Schutz und Auswilderungen hat der Biber in den letzten Jahrzehnten ein großes „Comeback“ erlebt. Schon in den 1920er und 1930er Jahren begann man sich des Problems des baldigen völligen Aussterbens des Europäischen Bibers bewusst zu werden und erste Schutz- und Umsiedelungsmaßnahmen wurden getroffen und Biber ausgewildert. Bei der Auswilderung von Bibern wurden in Finnland und Österreich auch Kanadische Biber verwandt, die heute in Finnland eigene, vom europäischen Biber getrennte Vorkommen bilden; in Österreich konnten sich die Kanadischen Biber nicht etablieren. Bereits 1925 wurden die weißrussischen Biber unter Schutz gestellt. Zwischen 1935 und 1937 begannen die ersten Auswilderungen von Bibern in Finnland. In den 1930 Jahren wurden auch schon Biber an der Elbe umgesiedelt. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann man zuerst in den 1950er Jahren, etwa in der Schweiz, oder in den 1960er Jahren in Bayern und Österreich mit systematischer Wiederansiedelung. In den 1970er, 1980er und 1990er Jahren wurden die Bemühungen so verstärkt, dass an vielen Stellen die Eigendynamik der Ausbreitung heute so groß ist, dass auf weitere Ansiedelungsmaßnahmen verzichtet werden kann, da der Biber wohl selbständig alle für ihn geeigneten Gebiete besiedeln kann. In den meisten Gebieten in denen solches nicht auf natürlichem Wege geschehen kann, sind Auswilderungen im Gange oder geplant. Von der IUCN wird der Gesamtbestand des Bibers in Europa und Asien auf etwa 430.000 Tiere geschätzt. Die Art wird als „gering gefährdet“ eingestuft.
Heutige Verbreitung
In Deutschland lebt der Biber inzwischen wieder in allen Flächenbundesländern. Seine Reviere hat er sich teilweise durch Wanderbewegungen wieder erschlossen, teilweise wurde er aber auch durch gezielte Projekte neu angesiedelt. Die dichteste Population ist entlang der Elbe zu finden. Kleinere Bestände gibt es im Spessart[1] und in der Rhön, in der Eifel, im Emsland und im Saarland. In Mecklenburg-Vorpommern wurden Elbebiber in den 70er und 90er Jahren an Warnow und Peene neu angesiedelt. Am Rhein greifen die in den Nachbarländern angesiedelten Bestände wieder nach Deutschland über. 
Der Gesamtbestand in Deutschland wird auf ca. 20.000 Exemplare geschätzt (2007).[2] Die dichtesten Verbreitungsgebiete liegen entlang der Elbe und ihrer Zuflüsse in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Lebensweise 
Der Biber ist ein semiaquatisches Säugetier, d.h. er lebt teilweise im Wasser und teilweise auf dem Land. Er ist durch sein dichtes Fell, sowie Aufgrund verschiedener anatomischer Merkmale, z.B. Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterfüße, bestens an das Leben im und am Wasser angepasst. Anatomische Besonderheit im Vergleich zum Menschen ist, dass der "Daumen" des Bibers (anders als beim Menschen) nicht zum Greifen dient, die Greiffunktion übernimmt beim Biber der "kleine Finger".
Familienleben und Sozialverhalten 
Im Alter von 2–3 Jahren werden Biber geschlechtsreif. Die Geschlechter der Biber sind äußerlich selbst für erfahrene Biberspezialisten so gut wie unmöglich auseinander zu halten. Nur in der Stillzeit der Jungen erkennt man Weibchen an den vergrößerten Zitzen. Biber sind monogam, sie gehen eine lebenslange Einehe ein. Nur wenn einer der Partner stirbt, sucht der überlebende Biber sich einen neuen Partner. Die Paarung der Biber findet unabhängig von Temperatur und Eisverhältnissen zwischen Dezember und April unter Wasser statt. Nach einer Tragzeit von 105–107 Tagen kommen Ende April, Anfang Mai 2–3 seltener auch bis zu sechs Jungen zur Welt. Beim Amerikanischen Biber sind auch Wurfgrößen von bis zu acht Jungen möglich. Die Biberjungen werden ca. zwei bis zweieinhalb Monate gesäugt, sie werden also schon recht früh an die schwerverdauliche Kost von Pflanzenrohfasern und Holz gewöhnt. Bis zu einem Alter von 4–6 Wochen bleiben die Jungen im Bau, danach machen sie erste Ausflüge in Begleitung der Eltern oder der älteren Geschwister. Biber leben in Familienverbänden. Die Jungen wandern meist nach zwei Jahren ab um sich eigene Partner und Reviere zu suchen. Häufig verlassen Biber ihre Familien in Kleingruppen, deren Wege sich erst später trennen. Oftmals bietet der Bau und Lebensraum des Bibers weitaus mehr Platz, als Bedarf ist, weshalb es vorkommt, dass manche Junge nicht abwandern und im Elterlichen Revier verbleiben. Stößt dann ein für die Jungbiber potentieller Partner zur Familie, kann es sein das in einer (manchmal dann auch zwei) Biberburg mehrere Familien, mehrerer Generationen nebeneinander Leben. Biberfamilien von bis zu 20 Tieren, sind daher keine Seltenheit. Bei Nahrungsmangel jedoch werden selbst Alttiere dann von dem stärksten Paar (meist die Stammhalter) vertrieben.
Ernährung des Bibers 
Biber sind ziemliche Nahrungsopportunisten. Ihr Nahrungsspektrum umfasst ca. 60 Gehölzarten und 140 Krautarten. Auch Fallobst, Mais und Getreide verschmäht der Biber nicht. Ein Großteil der Nahrung des Bibers besteht aus Cellulose, dem Hauptbestandteil der Zellwände von Pflanzen. Cellulose kann von Tieren jedoch nicht oder nur in sehr geringem Maße verdaut werden. Einige Pflanzenfresser, insbesondere Nager und Hasenartige wie Biber, Meerschweinchen, Hasen und Kaninchen vermögen jedoch diese aufzuschließen und in Energie umzuwandeln. Für die eigentliche Verdauung von Cellulose sind aber Bakterien, die in einem vergrößerten Blinddarm agieren, verantwortlich. Die von den Bakterien zersetzte Cellulose, scheidet der Biber dann als gelblich, milchigen Brei über den Darm aus, und frisst ihn gleich wieder auf, um ihn anschließend im Magen zu verdauen. Dazu siehe auch mehr unter: Caecotrophie. Somit ist der Biber in der Lage selbst aus Holz und Rinde (Cellulose) Nährstoffe (Glucose) zu gewinnen. Diese legt er sich in einem Nahrungsreservoir unter Wasser an, während er im Sommer Bäume fällt, rammt er deren Äste in den Boden des Gewässers, und kann somit auch sehr lang im Winter, selbst wenn das Gewässer zugefroren ist, überleben.
Mensch und Biber 
Ein mittelalterliches Papstedikt definierte den Biber aufgrund seines flachen, beschuppten Schwanzes und seiner amphibischen Lebensweise als zu den Fischen gehörend. Damit durfte Biberfleisch an Fastentagen gegessen werden. 
Das dichte Biberfell war begehrt und führte zur intensiven Bejagung. Noch begehrter war das Bibergeil, der Duftstoff mit dem Biber ihre Reviere markieren. Es wurde in der Volksmedizin als Wundermittel angesehen und teuer bezahlt. Im litauischen Statut (Kapitel 9, Paragraph 9) von 1529 wird die Biberburg unter besonderen Schutz gestellt: bis auf die Entfernung, wie man von der Biberburg aus einen Stock werfen kann, darf weder gepflügt, noch gemäht, noch Holz geschlagen werden. Auf Vertreibung oder gar Töten bzw. Diebstahl der Biber war eine hohe Strafe ausgesetzt. Biber sind in der Kulturlandschaft nicht immer willkommen. Durch ihre sehr aktive Lebensraumgestaltung kann es zu Konflikten mit Grundeigentümern kommen. Gängige Konflikte sind:

Unterminierung von Uferbereichen und Fahrwegen (Einbruchgefahr)
Unterminierung von Schutzwasserbauten (Dämme)
Unterminierung aufgesattelter Teiche (Fischteiche, Löschteiche)
Verklausung durch Treibholz (Wehr- und Mühlgänge, Kläranlagen,…)
Vernässung (Land- und Forstwirtschaft, Siedlungsgebiet)
Überflutung von Infrastruktur (Kellern,...)
Überstauung von Wasserentnahmestellen
Beeinträchtigung von Garten- und Freizeitanlagen

In Ländern wie Deutschland, Österreich und Schweiz werden die Aktivitäten des streng geschützten Bibers überwacht und Managementpläne im Natur- und Artenschutz stellen eine Palette von Gegenmaßnahmen bereit, um Konflikte mit Menschen zu minimieren. Bibermanagement umfasst Öffentlichkeitsarbeit, Populationsüberwachung, Präventions- und Akutmaßnahmen, sowie zum Teil Beihilfen für finanzielle Einbußen bei Grundstückseigentümern.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Europäischer_Biber
(Text/Fotos erstellt von S4P Marketing PR Sponsoring Juergen A. Slowik 23.5.2010)

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