Nach dreijähriger Pause startete der Quartettverein „Concordia“ Reinsfeld wieder zu einer mehrtägigen Sängerfahrt. Am frühen Morgen des 1. Mai 2009 brach eine bunte und fröhliche Schar auf, um das diesjährige Ziel – den Raum Spessart/Odenwald und die Stadt Würzburg anzusteuern. Nach einer ausgiebigen Brotzeit erreichte man bei herrlichem Wetter als erstes „Etappenziel“ das noch in Privatbesitz befindliche Wasserschloss in Mespelbrunn und besichtigte ausgiebig dessen erlesene Einrichtung an Möbeln, Porzellan, Gemälden und die umfangreiche Waffensammlung. Auf dem Weg zur zweiten Station, der Unterfränkischen Stadt Lohr am Main, fiel man spontan mit der ganzen Busladung auf der Maifeier der Feuerwehr Hessenthal ein und brachte die Organisatoren ganz schön ins Schwitzen. Doch der Stress war schnell vorbei und der Bann gebrochen, als der Männerchor auf der Bühne im Zelt ein paar frische Lieder schmetterte, die vom Bürgermeister mit einigen Meter Bier belohnt wurden. Am späten Nachmittag erreichte man das Hotel Linde in Heimbuchenthal das man als Domizil ausgewählt hatte. Der zweite Tag war ganz der Mainmetropole Würzburg gewidmet. Erste Anlaufstation war das UNESCO Weltkulturerbe „Festung Marienberg“. Die Mittelalterliche Burg, seit 1250 in Besitz der Würzburger Fürstbischöfe, wurde durch diese zuerst zum wehrhaften Renaissanceschloss und später zur barocken Festungsanlage ausgebaut. Nach der Erstürmung durch die Schweden mit einem Kranz gewaltiger Bastionen umgeben wurde sie nach der Verlegung der Hofhaltung in die neu erbaute Stadtresidenz nur noch für militärische Zwecke genutzt. Ein imposantes Bauwerk mit fantastischem Ausblick auf die Stadt und die Umgebung. Anschließend tauchte man in die Stadt ein und jeder konnte nach eigenem Gusto die vielen Sehenswürdigkeiten erkunden oder beim Bummel durch die Stadt und den Künstlermarkt auf der Mainbrücke nach Schätzen stöbern. Nach einem Abstecher zum wunderschönen Schloss Veitshöchheim mit Rokokogarten klang der Tag aus bei einem „Räuberbuffet“ im Hotel. Am Sonntag bummelte man gemütlich über den Odenwald in die Heimat zurück. Erste Station war die Benediktinerabtei Amorbach. Spontan durfte sich der gemischte Chor im Altarraum gruppieren und die kurz nach Ankunft beginnende Messfeier der evangelischen Kirchengemeinde mit dem „Cantate Domino“ eröffnen. Ein beeindruckendes Erlebnis nicht nur weil die exzellente Akustik den letzten Ton Sekunden danach noch im Raum schweben ließ, sondern weil die Ausflügler durch die Messfeier auch in den Genuss kamen, die größte und bedeutendste Orgel der Gebrüder Stumm (1782 nach achtjähriger Bauzeit vollendet) zu hören. Auch wenn bei dieser Gelegenheit die Möglichkeiten des Instrumentes nur ansatzweise zum Tragen kam, konnte man den unerschöpflichen Klangreichtum der 5116 Pfeifen und 30 Schalenglocken, die sich auf 66 Register verteilen und von vier Manual- und einer Pedalklaviatur gespielt werden, erahnen. Nach Besichtigung der malerischen Städtchen Miltenberg und Michelstadt erreichte man müde aber gut gelaunt und aufgebaut für die Probenarbeit am frühen Abend wieder die Heimat.